Vom Leid geknickt – Scottish Fold

Kirsten Dunst, Mia Farrow, Patrick Dempsey und Ed Sheeran haben sie. Taylor Swift besitzt gleich zwei. Dank ihrer berühmten Besitzerin sind Meredith und Olivia derzeit sicherlich die bekanntesten Scottish-Fold-Katzen. Auch die sozialen Medien haben feline Promis dieser Rasse: Instagram-Star Shrampton hat 50 000, Nana 135 000 und Muta gar über 300 000 Abonnenten. Kein Wunder, passt die Scottish Fold mit den Knickohren und den grossen Kulleraugen doch wunderbar in das erstmals vom Verhaltensforscher Konrad Lorenz beschriebene Kindchenschema. So findet sie rasch ihren Weg in die Herzen von Katzenliebhabern. Bei aller Begeisterung wird leider vergessen, dass das Leben dieser Tiere oft endlose Schmerzen bedeutet.

«Landläufig wird die Zucht von Scottish Folds daher als tierschutzwidrig angesehen», sagt Lucia Oeschger von der internationalen Tierschutzorganisation Vier Pfoten. «Zwar gehört die Rasse nicht zu den explizit verbotenen Katzenrassen, doch ist sie vom Verband Fédération Internationale Féline (FIFé) auch nicht anerkannt.» Das hat seinen Grund: Zu viele gesundheitliche Probleme ranken sich um die Rasse, von der schon sehr früh klar war, dass das hervorstechende Merkmal, eben die abgeflachten, nach vorn geknickten Ohren, auf einer genetischen Mutation beruht.

Welches Ausmass die Veränderung in diesem einen Gen langfristig haben würde, ahnte das schottische Schäferehepaar William und Mary Ross sicherlich nicht, als es in den 1960er-Jahren mit der Zucht von Faltohrkatzen begann. Aus dem Wurf von Nachbars weisser Katze Susie mit den niedlichen Faltohren hatten sie ein Kitten mit Knickohren adoptiert. Snooks wurde mit einem British-Shorthair-Kater gekreuzt und brachte Snowball, einen ebenfalls weissen Kater mit Faltohren zur Welt. Schnell war klar: Alle Kitten kommen mit normalen Ohren auf die Welt. Die Faltohren entwickeln sich erst zwischen der dritten und vierten Lebenswoche, aber nicht bei allen Kitten. Solche mit Knickohren werden daher als Scottish Fold (vom englischen Wort foldfür «geknickt») und jene mit normalen Ohren als Scottish Straight bezeichnet. 1966 liess Mary Ross die Rasse vom Britischen «Governing Council of the Cat Fancy» offiziell anerkennen. Anfang der 1970er schloss dieser sie allerdings aus – aufgrund von möglicher Taubheit der damals weissen Tiere. Nur aus einem Grund konnte die Rasse weiter bestehen: Kurz zuvor hatte Ross drei Kitten in die USA geschickt, wo Kreuzungen mit British-, Exotic- und American-Shorthair-Rassen vorgenommen wurden, um die nun vermehrt auftretenden Gelenkprobleme der Rasse zu verringern. Wenige Jahre später, im Jahre 1978, erkannte die dortige Cat Fanciers’ Association die Rasse offiziell an.

Wenn das Leben zur Qual wird

Das schmerzvolle Schicksal der schottischen Schönheit nahm seinen Lauf: Der Gendefekt, der zu Knickohren führt, indem dort der Knorpel zerstört wird, hat auch auf den übrigen Körper Auswirkungen. Insbesondere Hintergliedmassen und Wirbelsäule mit Schwanzansatz sind betroffen. Es kommt zu schmerzhaften Veränderungen im Skelettsystem in Form von Deformationen und Fehlbildungen. Im schlimmsten Fall verkrüppeln die Tiere. Diese Veränderungen werden zudem von teilweise enormen Schmerzen begleitet. Eine Chance auf Heilung gibt es nicht. (…)

Den vollständigen Bericht können Sie im KM 4/18 lesen.

geschrieben von:
Regina Röttgen

Regina Röttgen

Geduld gegenüber Tieren ist bei Regina Röttgen grenzenlos. Nach abgeschlossenem Philosophie- und Anglistikstudium hat sie, nach einer diagnostischen Odyssee für ihren Siamkater, die Ausbildung zur Tierheilpraktikerin gemacht und eine türkische Heimtierzeitschrift verlegt. Sie lebt im Südwesten der Türkei mit ihrem türkischen Mann, zwei Söhnen, zwei Katzen, einem Rudel Hunde und Hühnern ausserhalb eines kleinen Dorfes. Dort arbeitet sie als freiberufliche Autorin und Redakteurin. Neun Katzen haben sie bisher durch ihr Leben begleitet.

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