14. Oktober, 2011  |  

 

Spürnasen im Einsatz

Wenn Hunde Tiere suchen

In der Schweiz werden jährlich rund 9000 Haustiere vermisst; 7400 verschwinden für immer. Gut 5000 davon sind Katzen, rund 1000 Hunde. In Pettrailing ausgebildete Hundeteams könnten bei der Suche nach den vermissten Haustieren hilfreich sein. Wie, demonstriert der Verein Swiss Trailing Dogs in Brittnau AG.

Text und Fotos: Andreas Krebs

Die Sonne brennt vom wolkenlosen Himmel. Das Thermometer zeigt 33 Grad Celsius; rasch steigt es auf über 40 Grad, als Gabi Schulthess es auf den Asphalt legt. «Bei dieser Hitze ist nur wenig Geruch vorhanden und die Arbeit für die Hunde extrem anstrengend. An solchen Tagen suchen wir in der Regel frühmorgens oder am Abend nach vermissten Tieren», sagt die Präsidentin und Trainerin des Vereins Swiss Trailing Dogs (STD). Sie führt uns hinter den Hof in Brittnau, wo Hunde, Ponys, Enten und Hühner zu Hause sind. Martina Hartmann aus dem österreichischen Vorarlberg und Sabine Schild aus Safenwil sitzen im Schatten, trinken Wasser, essen Kirschen. Sommerzeit. Die Ruhe vor dem Sturm, der morgen unter anderem im nahen Zofingen den Heiteren (Hausberg Zofingen) verwüsten wird.

Bei heftigen Gewittern verschwinden besonders viele Hunde und Katzen, ebenso am 1. August und an Silvester. Verschreckt flüchten sie sich oft in ein Versteck. Da kommt es öfters vor, dass sie dort unbeabsichtigt einige Tage eingesperrt werden. Andere hetzen panisch durch Wälder oder Städte, Felder und Dörfer. Wenn ein Tier verschwindet, gelte es, ruhigen Kopf zu bewahren. Es bringe nichts, Tag und Nacht «herumzuhühnern», sagt Gabi Schulthess. «Es ist wichtig, einen Plan aufzustellen und koordiniert und sinnvoll vorzugehen. Man muss mit der Suche das Tier überholen.» Denn oft würden streunende Hunde oder Katzen zwar gesehen, aber nicht gemeldet. Wer jedoch wisse, dass das gesichtete Tier gesucht wird, der reagiere in der Regel auch.

Der individuelle Geruch
Die Suche mit Hunden ist natürlich nur eine von vielen Aktionen, die helfen können, entlaufene Tiere wieder zu finden (siehe Box Seite 12). Und nicht immer sei Pettrailing sinnvoll. Bei Angsthunden zum Beispiel könne es manchmal kontraproduktiv sein, berichtet Gabi Schulthess.

«Womöglich treiben wir das vermisste Tier vor uns her und verängstigen es noch mehr. Es kann geschehen, dass es dann sein Aufenthaltsgebiet verlässt und viele Kilometer zurücklegt.» Gute Erfolgsaussichten bestehen hingegen bei kranken oder verletzten Tieren oder bei wenig mobilen wie Schildkröten. «Das Ziel», betont die erfahrene Tiersucherin, «ist eine ruhige Suchaktion. Eine vertraute Stimme und ein vertrauter Geruch sind wichtige Elemente der oft komplexen Suchaktion.» Deshalb muss auch der Besitzer bei der Suche mithelfen.

Der Spürhund verlässt sich voll auf seine feine Nase. Jedes Lebewesen hat einen Individualgeruch. Dieser entsteht unter anderem durch abgestorbene Körperzellen und ist noch individueller als die DNA. Gut trainierte Hunde können sogar eineiige Zwillinge anhand ihres Geruchs auseinanderhalten, berichtet Gabi Schulthess und sagt: «Mit dem Geruchsträger steht und fällt die Suche.» Verschwindet ein Tier und wird die Suche mittels Spürhunden in Betracht gezogen, ist es deshalb wichtig, umgehend einen möglichst reinen Geruchsträger des entlaufenen Tieres zu konservieren (siehe Box Seite 12). (…)

Lesen Sie den ganzen Artikel von Andreas Krebs im Katzen Magazin 5/2011.

Geschrieben von: Andreas Krebs

Andreas Krebs

Bevor er laufen konnte, beobachtete Andreas Krebs vor allem Schnecken, Käfer und Ameisen. Bald faszinierten ihn auch schnellere Tiere wie Katzen und Hunde. Heute ist er Journalist (...)