14. Oktober, 2011  |  

 

Kein bisschen wild: Die Norwegische Waldkatze

Die Geschichte der Norwegischen Waldkatze führt zurück bis ins frühe 13. Jahrhundert: Bereits 1220 berichtete Snorre Sturlason in der «jüngeren Edda» (Erzählung der nordischen Mythologie und Sagen) von zwei Riesenkatzen, die den Himmelswagen der Fruchtbarkeitsgöttin Freya zogen. Demnach waren diese Tiere so gross und schwer, dass es dem Gott Thor während eines Wettkampfes in Utgard nicht gelang, eine der Katzen hochzuheben.

von Hannelore Büchner-Mack

Mythen und Sagen beinhalten ja immer auch Wahrheiten, und man geht davon aus, dass die Norwegischen Waldkatzen den erwähnten Tieren als Vorlage dienten. Abbildungen dieser Katzen befinden sich auf alten Wikinger-Münzen. Ferner findet man in einer 1835 von Jörgen Moe und Peter Christen Asbjörnsen veröffentlichten Sammlung alter Überlieferungen und Märchen mehrfach Hinweise auf Trollkatzen (norwegisch Trolldom = Zauber) mit langen, buschigen Schwänzen, die von den Menschen dort verehrt wurden. Ende des 19. Jahrhunderts wird in der Zeitung «Aftenposten» erstmals per Anzeige veröffentlicht: «Blaugraue Waldkatze ist entlaufen». Der norwegische Schriftsteller, Gabriel Scott, veröffentlicht 1912 ein Kinderbuch, dessen Held ein Norwegischer Waldkater mit Namen Solvfaks ist. Deutsche Kinder konnten ihn unter dem Namen Silberpelz in der 1952 herausgegebenen Übersetzung kennen lernen. Das erste veröffentlichte Foto wurde 1931 in einer Tageszeitung abgebildet; es zeigt Haldis Rohlff mit einer Waldkatze namens Petten. Ungefähr zum selben Zeitpunkt wurden die ersten Zuchtprogramme erstellt.

Waldkatze gleich Wildkatze?
Vielfach wird auch heute noch angenommen, der Ursprung der Norweger, wie diese Rasse oft auch genannt wird, sei bei den Wildkatzen zu suchen. Doch es ist längst wissenschaftlich erwiesen, dass das unmöglich ist. Tatsächlich handelt es sich um halblanghaarige Hauskatzen, die schon seit Jahrhunderten auf den weit verstreuten Gehöften skandinavischer Bauern lebten. Durch die dortigen eisigen Winter entwickelten sie eine sehr dichte Unterwolle sowie langes, etwas grobes Deckhaar, das durch einen leichten Fettfilm wasserabweisende Funktion hat, um Regen und Schnee trotzen zu können. An den ausgesprochen grossen Tatzen haben sie dichte Haarbüschel mit bis zu fünf Zentimeter langen Haaren. Diese verhindern, dass sich Schnee zwischen den Zehenballen festsetzen kann. Dank dieser «Schneeschuhe» sind die grossen Katzen erstaunlich schnell auf dicker Schneedecke unterwegs. Die Natur sorgte über Jahrhunderte dafür, dass nur diejenigen Katzen überlebten, die sich am besten an die widrigen Wetterverhältnisse angepasst hatten. Den meisten Züchtern ist es auch heute noch äusserst wichtig, diese Eigenschaften nicht zu verändern; die Norweger soll eine robuste, gesunde Naturrasse bleiben.(…)

Lesen Sie den ganzen Artikel von Hannelore Büchner-Mack im Katzen Magazin 5/2011.

Geschrieben von: Hannelore Buechner

Hannelore Buechner

Hannelore Büchner-Mack ist im Berufsleben gelernte Setzerin und lange Zeit in unterschiedlichen Branchen selbständige Unternehmerin gewesen. Bis Ende 2010 führte sie einen Catering-Service (...)