Merkblatt Giftpflanzen

Merkblatt Giftpflanzen

Katzen sind zwar in der Regel vorsichtig und fressen weitaus seltener giftige Pflanzen als Hunde, aber trotzdem kann es aufgrund ihrer Spielfreude und Neugier zu Vergiftungen kommen. Um dieser Gefahr vorzubeugen, listen wir Ihnen hier die gängigsten Pflanzen in Haus und Garten auf, die toxische Substanzen enthalten. Das praktische Merkblatt zum Herausnehmen soll Ihnen beim Pflanzenkauf behilflich sein, damit Sie Ihre Katze nicht der Gefahr aussetzen, sich an Pflanzen in Ihrem Wohnumfeld zu vergiften.

Auf giftige Pflanzen sollte man im Lebensraum von Haustieren möglichst ganz verzichten. Junge Katzen, vor allem Kitten unter zwölf Wochen, sind sehr neugierig und beknabbern gerne alles Mögliche. Bei hochgiftigen Pflanzen kann schon das Berühren mit den Pfoten dazu führen, dass abgeleckte Toxine aufgenommen werden und Vergiftungssymptome verursachen. Aber auch ältere Katzen können sich aus Langeweile oder Neugier an Pflanzen vergreifen, die sie bisher zuverlässig ignorierten. Da unsere Samtpfoten oft längere Zeit ohne Aufsicht im Hause sind und ihre Stoffwechselorgane (Leber, Nieren) besonders empfindlich reagieren, sind sie in grösserer Gefahr als beispielsweise Hunde. Sollten Sie Ihre Katze beim Verzehr verdächtiger Pflanzen erwischen, handeln Sie bitte unverzüglich:

  • Nehmen Sie der Katze die Pflanzenteile sofort weg und packen Sie diese in einen sauberen Behälter, um sie mitnehmen und im Fall von Vergiftungserscheinungen beschreiben zu können.
  • Reagiert die Katze nach Aufnahme einer toxischen Substanz mit Würgen, Speicheln, Erbrechen oder Durchfall, suchen Sie bitte so bald wie möglich den Tierarzt auf. Halten Sie die Katze warm, da Vergiftungen oft mit Untertemperatur einhergehen. Pflanzenteile mitnehmen nicht vergessen!
  • Treten Zuckungen, Krämpfe oder ein schwankender Gang auf, besteht Lebensgefahr. Es zählt jede Minute (Notfallnummern siehe Kästchen).
  • Notieren Sie sich den Namen, Zeitpunkt der Aufnahme sowie die Menge der geschluckten Pflanze – das kann unter Umständen lebensrettend sein.
  • Auf keinen Fall darf die Katze mit lauwarmem Seifen- oder Salzwasser zum Erbrechen gebracht werden. Ebenso falsch ist das Einflössen von Milch, da dies die Situation noch verschlimmern kann. Einzig in Wasser aufgelöste Aktivkohle (auch medizinische Kohle genannt, nicht zu verwechseln mit der wirkungslosen Holzkohle!) kann eingegeben werden, da sie das Gift im Körper bindet, bevor es in den Blutkreislauf gelangt.

Text: Bettina von Stockfleth

Das vollständige Merkblatt können Sie unten herunterladen und ausdrucken.

Hier können Sie den Artikel aus dem Magazin als PDF ansehen

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geschrieben von:
Bettina von Stockfleth

Bettina von Stockfleth

Bettina von Stockfleth absolvierte ihre Ausbildung zur Tierpsychologin bei der Schweizer Akademie für Tiernaturheilkunde (ATN). Die engagierte Tierschützerin arbeitet in Deutschland, der Schweiz und Österreich als Verhaltenstherapeutin für Katzen und schreibt regelmässig für das Katzen Magazin. 2013 erschien ihr erstes Buch «Katzenkinder» im KOSMOS-Verlag, im Sommer 2015 der Tierschutz-Ratgeber «Katzen mit Geschichte» (BoD). www.mensch-und-katze.de

2 Kommentare zu “Merkblatt Giftpflanzen

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