Meine Katze ist schwer krank – was nun?

Katzen sind unsere Freunde, Gefährten und Seelentröster. Sie spüren oftmals, was wir noch nicht einmal wissen. Beispielsweise kommt es nicht selten vor, dass Katzen schon vor der angehenden Mutter von einer Schwangerschaft wissen. Sie leben und teilen mit uns Wohnung, Haus und Garten, manchmal sogar das Bett und den Schreibtisch. Ihre Sensibilität und ihr elegantes Wesen faszinieren uns und wer einmal die Liebe einer Katze erlebt hat, möchte nicht mehr ohne sie sein. Was aber, wenn unsere beste Freundin, unsere Gefährtin schwer erkrankt oder sich ihrem Lebensende nähert?

Wenn unser Tier einen plötzlichen Tod bei einem Unfall erleidet, ist dies ein grosser Schock und grosses Leid für die Besitzer. Die Entscheidung ist aber gefallen und muss nicht mehr getroffen werden. Nun gilt es, den Weg der Trauer und des Abschieds zu gehen. Eine andere Situation aber entsteht, wenn die Katze wegen allfälliger Beschwerden einem Tierarzt vorgestellt wird und die Diagnose einer schwerwiegenden Erkrankung gestellt wird. Oftmals kommt diese Diagnose unvorhergesehen. Als Angehöriger steht man da und weiss nicht, was man denken und wie man damit umgehen soll. Der Schock sitzt tief. Was jetzt? Was heisst das? Wie weiter? Wie lange noch? Hat sie Schmerzen? Warum diese Erkrankung? Zweifel an der Diagnose, Selbstvorwürfe, ob man etwas übersehen hat und und und …

In der Situation des Schocks und der Verzweiflung hält man sich an jedem Strohhalm fest. Die Gefühle sind ein stetiges Auf und Ab und man ist auf Rat von aussen angewiesen. In der Psychologie unterscheidet man dabei fünf nacheinander abfolgende Phasen, die der Mensch in solchen Situationen durchmacht. Je nach Situation und Charakter werden diese Phasen schneller oder langsamer durchlaufen. Als Erstes durchlebt man die Phase des Schocks und der Verleugnung. In diesem Zustand möchte man nicht wahrhaben, was gerade geschieht. Dann entsteht eine gewisse Aggression, man wird wütend und stellt sich vielleicht die Frage: «Warum ist gerade meine Katze betroffen?» Diese Phase wird von der Trauerphase abgelöst. Danach wird mit Verhandeln versucht, das Offensichtliche zu umgehen und schlussendlich verbleibt die Akzeptanz.

Zurück zur Situation beim Tierarzt. Als Besitzer möchte man nun natürlich wissen, was diese Diagnose für das Leben seines Tieres bedeutet. Wie lange kann es noch mit der Erkrankung leben? Was gibt es für Therapien und wie ist die Prognose? Hat die Katze Schmerzen?

 

Ein Abwägen

Es gibt unzählige Möglichkeiten und Methoden, eine schwerwiegende Erkrankung zu therapieren. Auch in der Tiermedizin kennt man kaum noch Grenzen. Beispiele für schulmedizinische Therapien sind: Strahlentherapie, Chemotherapie, Chirurgie, fotodynamische Therapie, Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI), Melanomimpfung, Thalidomid, Artemisinin, intraläsionale Therapien und viele mehr. Grundsätzlich gibt es keine allgemeingültige Antwort für oder gegen eine dieser Therapien. Es gibt sehr viele verschiedene Parameter, die einbezogen werden müssen.

  • Ist die Therapie palliativ oder kurativ? Palliativ bedeutet, man kann lediglich das Leben des Tieres um eine gewisse Zeitspanne verlängern oder durch die Therapie die Schmerzen lindern. Kurativ heisst, das Tier wird im Sinne der Schulmedizin geheilt, wobei ein Rezidiv (beispielsweise erneutes Wachstum eines Tumors) nie ganz ausgeschlossen werden kann.
  • Wie gut geht es dem Tier im Allgemeinen? Sind alle anderen Organe gesund oder bestehen zusätzlich gesundheitliche Beschwerden?
  • Wie alt ist die Katze? Bei einem jungen Tier ist es sicher sinnvoller eine kurative Therapie anzustreben als bei einem älteren.
  • Wie lebt die Katze? Ist sie Freigängerin? Wie würde die Katze beispielsweise mit einer Beinamputation zurechtkommen? Hat es viele befahrene Strassen, die wegen der eingeschränkten Fluchtmöglichkeit zur Gefahr werden können oder hat es in ihrem Revier viele fremde Katzen, was Rangkämpfe zur Folge haben könnte?
  • Wie sind die Umstände in der Familie? Eine Entscheidung, die alle Familienmitglieder mittragen ist auch für das Büsi einfacher, denn Spannungen innerhalb der Familie verkomplizieren oft die ganze Situation.
  • Auch nicht ganz ausser Acht gelassen werden dürfen die finanziellen Aufwendungen für eine dieser Therapien. Ist es möglich, die Kosten bis zum Ende aufzubringen? Was wäre bei einer Komplikation, beispielsweise wenn bei einer Chemotherapie starke Nebenwirkungen auftreten oder die Wundheilung nicht wie gewünscht verläuft? Könnten auch diese Zusatzkosten vom Tierhalter getragen werden?

Es ist schwierig, in einer solch starken Stresssituation alle Faktoren gegeneinander abzuwägen. Zudem ist der emotionale Druck sehr gross. Ein wichtiger Aspekt sind die Schuldgefühle der Besitzer. Bin ich ein Unmensch, wenn ich nicht alles Menschenmögliche tue, um meinem Tier zu helfen? Was ist das Beste für mein Tier? Gibt es Alternativen? (..)

 

Den ganzen Beitrag finden Sie in der Ausgabe 5/16.

 

geschrieben von:
Sandra Boucek

2 Kommentare zu “Meine Katze ist schwer krank – was nun?

  1. catdog

    am besten mal die katze fragen…das alles machbare getan werden sollte steht ausser frage.nur kommt das machbare überhaupt meiner katze zu gute,oder belastet es die katze insgesamt noch mehr und behindert körpereigene heilungsprozesse?sind die methoden die meist aus der humanmedizin stammen nicht eher geeignet um herrchen und frauchen zu imponieren? hat man sich im vorfeld informiert was katzen für methoden anwenden,um krankheiten zu überstehen?zielt der tierarzt darauf die symptome zu behandeln oder steht die ergründung der ursache im focus?mein privater vorschlag lautet: haltet eure tiere solange es geht fern von tierärzten.wirkliche hilfe,die nicht noch mehr schadet,werdet ihr dort nicht bekommen.denn den ärzten ist es vom gesetz her nicht erlaubt so zu helfen wie es angebracht wäre.wägt jede impfung sehr gut ab und schaut,ob sie nötig ist.wie groß sind gefahren wirklich?gibt es alternativen usw. a mouse a day keeps the doctor away.

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  2. Ferdinand Schneider

    Ich habe eine sehr süße Katze und ich habe alles für sie übrig. Zum Glück ist mit ihr alles in Ordnung, aber es ist immer gut vorbereitet zu sein. Gut zu wissen, dass man über die Therapie nachdenken sollte. Wenn Therapie nicht kurativ ist, wäre das schon schade. Danke für diese Informationen!

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