Kommunikation Mensch-Katze

Kommunikation Mensch-Katze

Vor rund 10’000 Jahren begann die Domestikation der Katze und heute leben fast 1,4 Millionen von den Samtpfoten in der Schweiz. Trotzdem gibt es noch immer verblüffend viel, was wir nicht über sie wissen. So ist uns zwar bekannt, dass Katzen eines der am weitesten entwickelten Lautrepertoires unter den fleischfressenden Spezies haben, doch ist uns noch immer nicht klar, wie das mit der Katzenkommunikation genau funktioniert. Ein Team aus Phonetikern beschäftigt sich nun seit knapp einem Jahr mit diesem spannenden Thema. Ein Projekt, das für den Umgang mit unseren Hauskatzen bahnbrechend sein könnte. 

Natürlich sind wir Katzenbesitzer überzeugt, unsere Fellnasen zu verstehen. Der Unterschied zwischen einem dunklen «Miaoowwuu» und einem hellen «Miiau» scheint offensichtlich. Eine Umfrage des New Yorker Sienna College hat zudem ergeben, dass die meisten Tierbesitzer mit ihren vierbeinigen Mitbewohnern genauso reden wie mit ihren zweibeinigen. Das verwundert nicht, haben wir doch unseren Stubentigern viel zu erzählen. Aber auch die Katzen haben uns oft mehr zu sagen als nur ein simples «Miau».

 

Das Meowsic-Projekt

Um herauszufinden, was das alles sein könnte, haben die Phonetiker Susanne Schötz und Joost van de Weijer von der Universität Lund sowie der Phonetiker Robert Eklund von der Linköping Universität in Schweden Anfang 2016 das Forschungsprojekt Meowsic ins Leben gerufen. Für die nächsten fünf Jahre wollen die Forscher untersuchen, wie Katzen und ihre Besitzer lautliche Eigenschaften der Sprache, auch prosodische Merkmale genannt, einsetzen. Dazu gehören vor allem Melodie, Akzente, Intonation, Tempo, Rhythmus und Pausen beim Sprechen beziehungsweise der Lautäusserung. Das Projekt ist in zwei separate Studien aufgeteilt. Beide werden von der Marcus and Amalia Wallenberg Foundation finanziert.

Die erste Studie befasst sich mit der interkätzischen Kommunikation sowie der Vokalisierung der Katze in Bezug auf Menschen, unterschiedlichen Situationen und unserer Wahrnehmung von diesen. «Wir werden die Melodie der Lautäusserungen untersuchen, um festzustellen, ob diese situations- oder emotionsbezogen sind und ob Katzen die Melodie verändern, um bestimmte Dinge auszudrücken.», erklärt Susanne Schötz. Hierbei soll zum Beispiel die Frage beantwortet werden, ob Katzen in gleichen Situationen ähnliche Muster benutzen und ob es Unterschiede zwischen Rassen oder in unterschiedlichen Regionen lebenden Katzen gibt. «Wir zeichnen hierfür die Lautäusserungen von 30 bis 50 Katzen in verschiedenen Situatonen auf, wie zum Beispiel während der Futterzeit oder wenn sie etwas hinter verschlossenen Türen erreichen wollen. Für die Analyse verwenden wir phonetische Methoden.», erläutert Schötz weiter.

Laut vorher genannter Umfrage sind sich Katzenbesitzer sicher: Unsere Fellnasen können genau vermitteln, was sie möchten. Jeder Katzenbesitzer kennt das. «Ich habe Hunger» hört sich anders an als ein «Füll doch endlich mal den Wassernapf auf!» oder ein «Schön, dass ich dich auf dem Sofa antreffe». Umso aufschlussreicher werden die für 2021 erwarteten Ergebnisse der Studie für Katzenbesitzer sein. Denn laut Schötz liegen wir Menschen oft auch falsch in der Deutung. Insbesondere die trillernden und vibrierenden Laute werden von vielen falsch verstanden. Das wiederum scheint laut der Wissenschaftlerin daran zu liegen, dass wir für die Deutung der Katzenlaute unsere eigene Phonetik zugrunde legen. Diesen Fehler macht die Körpersprache der Katze oft wett, durch die wir wichtige Hinweise erhalten und so nicht ganz so schlecht abschneiden. (…)

Den vollständigen Beitrag können Sie im KM 2/17 lesen.

 

geschrieben von:
Regina Röttgen

Regina Röttgen

Geduld gegenüber Tieren ist bei Regina Röttgen grenzenlos. Nach abgeschlossenem Philosophie- und Anglistikstudium hat sie, nach einer diagnostischen Odyssee für ihren Siamkater, die Ausbildung zur Tierheilpraktikerin gemacht und eine türkische Heimtierzeitschrift verlegt. Sie lebt im Südwesten der Türkei mit ihrem türkischen Mann, zwei Söhnen, zwei Katzen, einem Rudel Hunde und Hühnern ausserhalb eines kleinen Dorfes. Dort arbeitet sie als freiberufliche Autorin und Redakteurin. Neun Katzen haben sie bisher durch ihr Leben begleitet.

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