Eifersucht – das grünäugige Monster

Eifersucht – das grünäugige Monster

Der berühmte Dramatiker William Shakespeare (1564–1616) bezeichnete die Eifersucht in Othello als «grünäugiges Monster» und lässt Portia im «Kaufmann von Venedig» die «grünäugige Eifersucht» beklagen. Zweimal «grünäugig» – ob der volksnahe Poet wohl dabei an Katzen dachte? Die Beziehung, die die Menschen der Renaissance zur Katze pflegten, war durchaus ambivalent. So wurden Tiere hemmungslos vermenschlicht – im Guten wie im Schlechten. Doch woher Shakespeare die Inspiration nahm, die Eifersucht ausgerechnet zu einem grünäugigen Monster zu machen, werden wir wohl nie erfahren.

 

Heute, mehr als 30 Jahre nachdem auch Katzen in den Fokus der Verhaltensforschung gerückt sind, betrachten wir Tiere und ihre Emotionen differenzierter und hinterfragen kritisch, was in ihnen tatsächlich vorgeht, wenn sie bestimmte Verhaltensweisen zeigen und ob dabei Gefühle im Spiel sind, die mit den unseren vergleichbar oder sogar identisch sind. Die Frage, ob Tiere Eifersucht empfinden, bejaht der bekannte Verhaltensforscher Marc Bekoff unter anderem in seinem Buch The Emotional Lives of Animals. Hierin bezieht er sich auf eine Studie an Rhesusaffen, deren Männchen stark sexuell motivierte Eifersucht zeigten, da sie gewissermassen einen Besitzanspruch auf bestimmte Weibchen erheben.[i] Im Interview mit dem «Schweizer Hunde Magazin», Heft Nr. 3/17, verweist Bekoff auf eine Studie von Christine Harris (University of California, San Diego, USA), die Eifersucht bei Hunden untersuchte[ii] und herausfand, dass diese ausgesprochen vehement mit Anstupsen, Bellen und Schnappen reagierten, wenn ihre Halter ihnen nicht die gewünschte Zuwendung zeigten, sondern sich bewusst anderen Objekten zuwandten.

 

Doch wie sieht es mit unseren Hauskatzen aus? Gibt es zahlreiche grünäugige Monster unter ihnen oder ist ihnen Eifersucht weitgehend fremd? Wenngleich sich die Forschung unseren Samtpfoten noch nicht im Rahmen vergleichbarer Studien gewidmet hat, sprechen die Beobachtungen und Erkenntnisse unzähliger Katzenhalter eine deutliche Sprache: Katzen können extrem eifersüchtig sein und zeigen dies mitunter sehr deutlich. Hierbei geht es immer um Ressourcen, zu denen auch der Mensch zählt. Werden ihr der Sozialpartner, Nahrung oder das geliebte Kuschelkissen streitig gemacht, reagiert die Katze ungehalten. Sie versucht, ihre soziale Stellung sowie den weiteren Zugriff auf wichtige Ressourcen zu sichern. So ist es in Bezug auf materielle Dinge sicher nicht verkehrt, von Neid statt von Eifersucht zu sprechen. Dieser Beitrag behandelt den Besitzanspruch, den die Katze auf ihre Bezugsperson erhebt.

 

Verlustangst wird oft verkannt

Es erscheint nur logisch und liest sich wie eine Binsenweisheit, dass Katzen mit einer sehr engen emotionalen Bindung an ihre Bezugsperson besonders anfällig für Eifersucht sind. Bei ihnen spielt häufig starke Verlustangst eine wichtige Rolle, denn niemand möchte verlieren, was er oder sie liebt. Doch leider hält sich – und sei es unbewusst – in den Köpfen von Katzenhaltern vielfach die Meinung, dass unsere Büsi doch ziemlich unabhängig seien und auch ganz gut ohne besondere Zuwendung auskommen könnten. Greifen die Missverstandenen dann zu drastischen Mitteln, um auf ihre emotionale Not aufmerksam zu machen, werden ihnen oft unlautere Absichten bis hin zur Bosheit unterstellt. (…)

 

Lesen Sie den ganzen Beitrag im aktuellen «Katzen Magazin».

geschrieben von:
Sandra Süess

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