Die Psyche der Katzen – wie man Verhaltensproblemen begegnet

Die Psyche der Katzen – wie man Verhaltensproblemen begegnet

Wissenschaftler haben Katzen gründlich erforscht und neue Einblicke in das Wesen und die Bedürfnisse der Katzen erlangt. In diesem Artikel zeigen wir mögliche Ursachen von unerwünschtem Verhalten auf und werfen einen Blick auf die Psyche der Katzen.

Mit Psyche (altgriechisch psychḗ für Atem) bezeichnet man heute das subjektive innere Empfinden, einschliesslich Aktion und Reaktion des Individuums. Dies umfasst bewusstes als auch unbewusstes Erleben. Auch Tiere reagieren mit Emotionen auf das Erlebte. Erst die Auswertung der Eindrücke und einer darauffolgenden entsprechenden Reaktion ermöglicht es dem Individuum mit seiner Umwelt zu interagieren und erfolgreich zu überleben.

Aber was genau ist die Psyche? Beim wissenschaftlichen Arbeiten erleichtert man sich die Untersuchung eines Gegenstands, indem man sich jeweils einzelne Teilaspekte ansieht. Eine Studie1 aus dem Jahr 2010 befragte 4500 Menschen, die sich selbst entweder als Katzen- oder Hundemenschen bezeichneten, nach den fünf zentralen Persönlichkeitsmerkmalen des Fünf-Faktor-Modells (FFM): Offenheit (Neues zu erleben), Neurotizismus, Extraversion, Gewissenhaftigkeit und Verträglichkeit. Menschen, die sich selbst als «Katzenmenschen» bezeichneten, zeigten hier signifikant höhere Werte bei Neurotizismus und Offenheit im Vergleich zu «Hundemenschen» und zugleich signifikant tiefere Werte bei Extraversion, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit. «Katzenmenschen» sind demnach offener für neue Erlebnisse, haben aber eine schlechte Selbstdisziplin, leben lieber zurückgezogen, sind leichter gestresst und haben weniger Durchsetzungsvermögen als «Hundemenschen». Gemeinsamkeiten zum Wesen unserer geliebten Fellnasen sind hier sicherlich nur rein zufällig.

 

Katzen werden häufig als sehr selbstständige Wesen betrachtet, die angeblich kein grosses Interesse am Kontakt mit Menschen haben. Doch eine Studie2 aus dem Jahr 2007 zeigte auf, dass Katzen tatsächlich Bindungen eingehen, die ähnlich denen kleiner Kinder sind. Kinder verhalten sich in einer Situation entspannter, wenn sie bei ihren Eltern und nicht unter Fremden sind, wo sie eher zu Ängstlichkeit neigen. Katzen verhalten sich ganz ähnlich. Wenn sie mit ihrem Besitzer alleine sind, zeigen sie ein eher entspanntes Verhalten, wandern herum und erkunden neugierig die Umgebung. Setzt man eine Katze jemandem Fremdes aus, so ist das Verhalten häufig deutlich weniger entspannt. Manche würden sich am liebsten verstecken, um der für sie unangenehmen Situation zu entgehen. Extrovertierte Ausnahmen, die vollkommen gegenteilig reagieren und schnurrend um die Beine der fremden Person streichen, bestätigen die Regel. (…)

 

Lesen Sie den vollständigen Bericht von Stefan Siegmann in der Ausgabe 4/16 des «Katzen Magazins».

geschrieben von:
Stefan Siegmann

Stefan Siegmann

Ein weiterer Fan der Feloidea, Stefan Siegmann, teilt seine Behausung, treu ergeben, mit mehreren Exemplaren der Gattung Felis silvestris catus. Als Autodidakt mit grossem Wissensdurst ausgestattet, beschäftigt er sich unter anderem mit den wissenschaftlichen Hintergründen dieser geheimnisvollen Spezies. Von einer Metaebene ausgehend, hinterfragt er kritisch jene bequemen Konstruktionen, aus denen wir uns die sogenannte «Realität» erschaffen.

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